Paartherapie

Wenn ich mit Paaren arbeite, betrachte ich zunächst die individuellen Voraussetzungen an, die eine gemeinsame Dynamik in der Paarbeziehung begründet.
Hierzu führe ich Vorgespräche mit jedem Beziehungspartner einzeln, was bereits eine entlastende Wirkung auf Konfliktsituationen hat.
”Endlich werde ich gehört.”
”Wir haben angefangen an unserem Problem zu arbeiten.”
”Zum ersten Mal konnte ich die Verantwortung teilen.”

Jeder Beziehungspartner bringt seine eigene Geschichte mit, die Grundlage für Handlungs- und Konfliktmuster ist. Hierbei geht es in keiner Weise darum, Vergangenheit zu bewerten, sondern anzuerkennen. Dies ist die Grundlage meiner Arbeit, in allen Bereichen.
Ich empfinde große Wertschätzung für alles, was sich in persönlichen Gesprächen zeigt. Eine gemeinsame Reise zu sich und mit seinem Beziehungspartner verlangt Mut und Vertrauen. Oft geht es darum, eine gemeinsame Haltung zu erarbeiten, die das Tor für einen neuen Beziehungsraum ist.
Ich verstehe die Therapiesituation als Raum der Begegnung und versuche so wenig wie möglich mit therapeutischen Handwerkszeug zu arbeiten, sondern mit Ihnen die Grundlage und das Potential ihrer Beziehung zu entdecken.
Authentisch, nicht hierarchisch, Trauma sensibel.
Wertorientiert bedeutet in diesem Zusammenhang, die kulturell und ethisch bedingten Grundlagen, die Ihnen persönlich etwas bedeuten, als Leitmotiv in der Beziehung zu etablieren. Hier gibt es keine feste Regel, dafür aber um so mehr zu beachten. Das gilt insbesondere für Paare mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln.
Unterschiedlichkeit als demokratischen Prozess zu verstehen, Krisen als Chance zu persönlichem und gemeinsamen Wachstum zu begleiten ist eine wundervolle Herausforderung.
Meine eigene Haltung …
… ist geprägt von meiner deutschen Herkunft, die ich in langen Jahren der persönlichen Entwicklung immer wieder beäugt habe. Für mich als Deutsche hat sich die Frage gestellt, wie die Geschichte meines Landes die persönlichen Beziehungen beeinflusst, die Fähigkeit zu empfinden und Gefühle auszudrücken. Prägungen, die schon lange vor dem dritten Reich begonnen haben.
Ich habe eine Zusatzausbildung in Sexualtherapie absolviert und in meiner ehemaligen Heimatstadt Berlin einen regelrechten Boom in Sachen sexueller Öffnung beobachtet, der bei mir viele Fragen aufgeworfen hat. Insbesondere Fragen nach persönlicher Handlungsethik, auch in sogenannten „freien“ Beziehungen.
Eine meiner Antworten auf scheinbar grenzenlose Wahlmöglichkeiten lautet: Kontakt.
Wann ist unser Miteinander ehrlich und wieviel Nähe können wir leben?
Wieviel Raum geben wir der Liebe in unserem Leben?
Was bedeutet ein Verzicht auf grenzenlose Wahlmöglichkeit, auch genannt Treue?